Konzept „Housing first“

Das Konzept Housing first

bietet obdachlosen Menschen die Möglichkeit ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Statt mit vielen Menschen auf engem Raum zusammen zu leben, können sie mit professioneller Unterstützung einen Weg in ein eigenverantwortliches Dasein starten.

Es ist eine Tatsache, dass das Zusammenleben mit vielen anderen Menschen auf engem Raum sehr schwierig sein kann. Einige Obdachlose sind zusätzlich psychisch erkrankt und haben große Schwierigkeiten, sich in sozialen Kontexten zu bewegen. Auseinandersetzungen und Streitigkeiten zwischen den Bewohnern sind vorprogrammiert, was in der Vergangenheit die Beauftragung eines Sicherheitsdienstes notwendig machte.

Verschärfte Regeln verbessern die Situation für die Betroffenen nicht. Vielmehr sollten die  Menschen Chancen bekommen, in ein eigenverantwortliches Leben zurück zu kehren.  Dazu sollten dezentrale Unterbringungsmöglichkeiten für eigenständiges Wohnen zur Verfügung gestellt werden. Professionelle Wohnungslosenhilfen können hier sinnvolle Dienste anbieten, z.B.: bei der Wohnungssuche unterstützen, aber auch betreutes Wohnen ermöglichen, wenn ein selbständiges Bewirtschaften eines Haushaltes noch zu schwierig ist.

Aktuelle Forschungen über Housing first  in den USA weisen bereits eine hohe Erfolgsquote auf. Ein zusätzlicher  Nebeneffekt  stellt sich ein: Wenn Menschen die Erfahrung machen können, dass sie selbstwirksam ihr Leben in die Hand nehmen können, werden sie wieder mehr eigenverantwortliche Mitglieder der Gesellschaft sein und nicht mehr am Rand stehen.

Die Ausschussvorsitzende Brigitte Gregor-Rauschtenberger begründet den eingereichten Antrag wie folgt:

„Bündnis 90/ DIE GRÜNEN  sehen in den zentralen Unterkünften nicht die zielführende Antwort für Geflüchtete und Wohnungslose. Deshalb sollte ein Konzept der dezentralen Unterbringung von Menschen in Notlagen dringend entwickelt werden. Somit können auch mittel- und langfristig Kosten eingespart werden, selbst wenn zusätzliche Personalstellen eingerichtet werden müssen.“

Wir haben den Antrag gestellt, damit die Verwaltung die Möglichkeiten von Housing first prüft und ein entsprechendes zukunftsweisendes Konzept entwickelt und damit Gemeinschaftsunterkünfte mit Security-Begleitungen überflüssig macht.“

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