Jugendpartizipation

Die Grünen, SPD und BIZ wollen Schwelm zur kinderfreundlichen Kommune machen

Nachdem alle drei Fraktionen im Wahlkampf verschiedene Arten der Jugendpartizipation thematisiert haben, ist jetzt ein gemeinsames Konzept auf dem Weg der Umsetzung.

Dass Kinder an die Macht gehören, wusste schon Herbert Grönemeyer in seinem gleichnamigen Song. Nun findet diese zeitlose Idee ihren Weg in die politische Agenda in Schwelm. Pünktlich zum Jahresanfang stellen gleich drei Fraktionen zusammen einen ambitionierten Antrag für eine partizipativere Zukunft in der Kreisstadt – und zwar vor allem für Kinder und Jugendliche.

Was ist das Ziel?
Marcel Gießwein, Fraktionsvorsitzender der Grünen und designierter Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, bringt es wie folgt auf den Punkt: „Kinder sind unsere Zukunft, deshalb müssen wir ihnen mehr Gehör verschaffen. Dass sie zweifelsohne gute Ideen für Schwelm haben, konnten wir alle in der Kinderratssitzung 2019 erleben. Dort haben sie übrigens auch den Wunsch nach regelmäßiger Mitbestimmung geäußert. Diesem Wunsch möchten wir jetzt gerne nachkommen.“

Kinderrechte sind ein wichtiger Bestandteil unserer kommunalen Demokratie. Um dieses wichtige Thema fest in Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft zu verankern, ist es notwendig, die durch vielfältige Möglichkeiten der Partizipation auch zu institutionalisieren.

Wie das klappen kann, erklärt Alina Meuser, Ratsmitglied der SPD-Fraktion und Vorsitzende der Jusos in Schwelm: „Zusammen mit UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk wird zunächst eine einjährige Bestandsanalyse in Schwelm durchgeführt. Dabei werden natürlich alle Interessensgruppen eingebunden. Danach wird ein vielfältiger Aktionsplan mit konkreten Maßnahmen für die nächsten drei Jahre entworfen.“

Für die Teilnahme an dem vierjährigen Projekt müssen zunächst 6.000 Euro jährlich investiert werden. Dazu kommen im Verlauf des Projektes und danach weitere Mittel für die konkreten Maßnahmen. Durch die Einwerbung von Fördermitteln kann der Umfang der Maßnahmen ggf. erweitert und Spielraum für verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten und Formate geschaffen werden.

„Im September haben wir für mehr politische Teilhabe in Schwelm geworben und uns beispielhaft für die Gründung eines Jugendstadtrats stark gemacht. Dass wir bereits wenige Monate später über weitere Formate nachdenken können, freut uns umso mehr. Wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche selbst entscheiden, welches Format für sie am besten ist.“, erklärt Ufuk Ergen, Fraktionsvorsitzender der BIZ.

Wie geht es jetzt weiter?
Der Antrag wird am 25. Januar 2021 zunächst im Jugendhilfeausschuss beraten. Hierzu ist die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen. Die Sitzung findet um 17 Uhr im Ratssaal statt. Danach geht das Thema zur weiteren Diskussion und Beratung in den Finanz- und Hauptausschuss und anschließend zur Entscheidung in den Rat.