Das Märchen vom Eternit

Faktencheck Eternit

Da die Bürgermeisterkandidaten Beckmann und Langhard in diversen Runden immer wieder mit dem Baustoff „Eternit“ im Zusammenhang mit der Fassade des geplanten Rathaus Ängste schüren, sehen wir es als unsere Aufgabe an, hier zur Klärung falscher Sachverhalte beizutragen.

Der Begriff Eternit ist fest mit dem Einsatz von gesundheitsschädlichen Asbestfasern verbunden. Die Herstellung von Eternitplatten mit Asbest ist seit exakt 30 Jahren (1990) nicht mehr erlaubt. Beim Rathausbau werden Zementfaserplatten verbaut. Diese bestehen heutzutage aus Zement und Fasern aus Zellstoff, Glas oder Kohlenstoff.  Entsprechend robust und langlebig sind Zementfaserplatten, zudem haben sie gute Brandschutzeigenschaften bei vergleichsweise geringem Gewicht.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich gerade die FDP während der parlamentarischen Debatte den Forderungen von Bündnis 90/Die Grünen zur ökologischen Fassadengestaltung verweigert hat. Unserer Auffassung nach ist die Zementfaserplatte in Punkto Nachhaltigkeit nur der kleinste gemeinsame ökologische Nenner. Wir Grünen haben uns beim Rathausneubau stark für den cradle-to-cradle Ansatz eingesetzt, was ein völlig anderer ökologischer Fußabdruck der Nachhaltigkeit bedeutet. Damit sind wir im Beratungsprozess  gescheitert, weil sofort von den anderen Parteien das Szenario der Kostenexplosion gemalt wurde. Nachweislich nicht richtig! Da wurde lieber über Tiefgaragen und Anzahl Stellplätze diskutiert. Auch ein Punkt, wo wir uns mit unserem Mobilitätskonzept leider nicht durchsetzen konnten.

Noch ein Wort zur Rolle rückwärts der SPD. Der Beschluss zum Rathausbau auf dem Brauereigelände wurde vom Rat mit den Stimmen der SPD mehrheitlich beschlossen. Daraufhin hat die Verwaltung mit der Ausschreibung begonnen. Wenn jetzt nach dem Willen der beiden Bürgermeisterkandidaten Beckmann und Langhard, die Planung überdacht werden soll, bedeutet das, dass neben einer Verschwendung von Verwaltungskapazitäten, die dann für andere Projekte fehlen, und externen Beratungskosten, einer zeitlichen Verzögerung von 1-2 Jahren, einer bis zur Neuausschreibung 5-8%igen Baukostenerhöhung, die Innenstadt-Entwicklung abermals zum Stillstand kommt.

Daneben kann u.U. die Stadt von den beteiligten Unternehmen der Ausschreibung in Regress genommen werden (siehe Scheuer), denn Sie können sich vorstellen, welchen Aufwand/Kosten so eine Teilnahme für das Unternehmen bedeutet. Hinzu kommt, dass die Firmen, die für uns die Ausschreibung für die ganzen Planungen gewonnen haben bereits einen rechtsgültigen Vertrag haben. Und mit einer Rolle rückwärts müssen wir die trotzdem bezahlen, auch ohne die Leistung dann abzurufen.

Wir Grünen sind uns einig, dass der Standort auf dem Brauereigelände ein Kompromiss ist, aber wir respektieren den Willen („Bürgerbegehren“) der Bürger. Wir Grünen hätten uns wie beschrieben auch eine stärkere Lebenszyklus-Betrachtung gewünscht, trotzdem haben wir mit nur 3 Stimmen im Rat mit Unterstützung anderer Kollegen*innen, einiges, z.B. Dachbegrünung, Raumkonzept, Photovoltaik erreicht.